Das Center wurde 2020 von Christina Chacha gegründet. Ihre erste Tochter Noreen wurde mit einer autistischen Störung geboren und es gab keine Schule die Noreen aufnehmen wollte. Sie mietete ein Grundstück neben ihrem Wohnhaus und gründete kurzerhand selbst ein Day Care Center (Tagesstätte), um autistische Kinder betreuen und fördern zu können. In ihrer näheren Umgebung gab es mehrere Familien mit behinderten Kindern, die auch keinen Schulplatz bekommen konnten. So begann sie den Betrieb der Tagesstätte mit neun Kindern. Sie war auf sich selbst gestellt, denn auf der Suche nach staatlicher Hilfe wurde ihr lediglich ein Erlaubnisschein gegeben, mit dem sie Spenden sammeln durfte, sarkastisch gesagt eine „Bettelerlaubnis“. Sie nahm einen Bankkredit auf, mit dem sie ein Klassenzimmer errichtete und einige HelferInnen einstellen konnte. Die finanzielle Situation des Zentrums war sehr angespannt, Christina ging in ihrem Bekanntenkreis betteln, um die Nahrungsmittel für die betreuten Personen zu erhalten; die Löhne konnten nur unregelmäßig gezahlt werden. Christinas Vision eines Schutzraumes und einer Förderstätte wurde damit Wirklichkeit.
Im Laufe der Zeit wurde das UPENDO Rehabilitation Center um eine Boarding School (Internat) erweitert, wo sich sieben Angestellte um 40 behinderte Kinder und Jugendliche im Alter von 2-20 Jahren kümmerten, 15 von ihnen wohnten im Internat und gingen nur am Wochenende oder in den Ferien in ihre Familien zurück. Mit Unterstützung der Missionsbenediktiner aus Münsterschwarzach konnten ein weiteres Klassenzimmer und ein Schlafraum gebaut werden. Abt Christian Temu hatte uns über die Situation von UPENDO informiert, im Februar 2022 besuchten wir gemeinsam mit ihm das Zentrum.
Nach diesem Besuch haben wir das UPENDO Rehabilitation Center in das reguläre Programm der Kinderhilfe Tansania aufgenommen und unterstützen seitdem die wertvolle Arbeit, zunächst mit der Übernahme der Kosten für die Gehälter.
Nachdem es sich herumgesprochen hatte, dass es in Mtwara ein Zentrum für behinderte Kinder gibt, kamen immer mehr Eltern und baten um Hilfe für ihre Kinder. Das Zentrum war schnell überfüllt. Als dann im Dezember 2023 ein starker Monsunregen den Schlafraum unter Wasser setzte und die Kinder evakuiert werden mussten, war klar, dass es so nicht weitergehen konnte.
Bei unserem Besuch im August 2024 schlugen wir vor, UPENDO in unseren Kindergarten St. Elisabeth mit seinen nur mehr 12 Kindern zu integrieren, das Grundstück dort ist groß genug dafür. Christina und Werner nahmen Kontakt mit Bischof Titus Mdoe auf und besprachen mit ihm diesen Vorschlag. Mit Begeisterung wurde diese Idee aufgenommen und wir machten uns an die Planung. Im Oktober 2024 wurde mit dem Umbau und der Erweiterung begonnen: Renovierung der bestehenden Klassenräume, Einrichtung eines Therapieraumes, barrierefreie Gestaltung des Geländes und Bau eines Spielplatzes, Neubau eines Schlafraumes und sanitärer Anlagen sowie drei einfachen Zimmern für Angestellte.
Am 15. Juli 2025 zogen alle inzwischen 15 Angestellte und 68 Kinder in das neue Zentrum um, am 22. August wurde St. Elisabeth‘s UPENDO Rehab Center eingeweiht. Wir waren dabei, es war ein großes Fest.
Weitere Bilder der Einweihung folgen
Zurück zu den Projekten